Im Gespräch – Chancen und Perspektiven der Digitalisierung

[DOS]: Sehr geehrter Herr Dr. Vestner, als Geschäftsführer der DHI WASY GmbH haben Sie mehrere Jahre erfolgreich das Portfolio der DHI Gruppe im deutschsprachigen Raum verantwortet, anschließend als Vorstand die europäischen Geschäftseinheiten innerhalb der DHI Gruppe geführt.

Sie haben seit Juli als Chief Digital Officer (CDO) eine neue Position in der DHI-Gruppe inne. Können Sie unseren Lesern Ihre neuen Aufgaben bitte kurz erläutern?

[RJV]: Für unsere Kunden und Partner ist wichtig, dass sich DHI dem digitalen Wandel verschrieben hat, und dies wird sich in besseren und neuen Angeboten widerspiegeln. Die Themen Forschung, Innovation und Design werden wir zusammen denken und im Interesse stetiger Fortentwicklung und Zufriedenheit einsetzen. Wir wollen interaktiver in unseren Märkten agieren und unsere Technologie über Plattformen auch anderen Entwicklern und neuen Kunden zugänglich machen. Dabei gilt es, insgesamt eine gute Balance zu finden zwischen bisherigen und neuen Technologien, Geschäftsmodellen und Angeboten.

[DOS]: Die Digitalisierung der Wasserwirtschaft nimmt an Fahrt auf, wie positioniert sich DHI?

[RJV]: Digitale Innovationen heute beruhen auf Konnektivität und Daten, und hier bringen wir unsere Modell-Kompetenz ein: in Verbindung mit der Leistungsfähigkeit der Modellierung können Wassersysteme vorausschauend geplant und im Betrieb optimiert werden. Somit werden Ressourcen-Effizienz erhöht und Wasserrisiken gemindert. Wir nutzen die heute mögliche Konnektivität, um Virtuelles und Realität zu verknüpfen, auch in Echtzeit. Das Konzept Wasserwirtschaft 4.0 greift dies auf und vernetzt Sensoren und Aktoren mit zunehmend autonomer IT-basierter Steuerung und Modellierung. Diese Entwicklung ermöglicht ein ganzheitliches Verständnis von Wassersystemen, das wiederum zu nachhaltigen und proaktiven Entscheidungen und Maßnahmen führt.

[DOS]: Ist die Digitalisierung in der Wasserwirtschaft wirklich ein Megatrend, welcher zu einer massiven Umwälzung in der Branche führen wird? Welche Herausforderungen ergeben sich daraus für DHI und unsere Kunden?

[RJV]: Die Entwicklung hin zu einer vernetzten Umwelt ist Fakt, die Ausgestaltung geschieht jedoch im Moment und wird von DHI im Bereich der Modellierung seit Jahren aktiv mitgestaltet. Unsere Herausforderung besteht darin, allen unseren Kunden ein Angebot zur Teilhabe an dieser Evolution anzubieten, das auf die jeweiligen Kundenbedarfe ausgerichtet ist. Wir rechnen hier mit unterschiedlichen Umsetzungsgeschwindigkeiten – zumal im globalen Kontext – und werden auf Interoperabilität und Nachhaltigkeit achten.

[DOS]: Welche Rolle spielen in diesem Zusammenhang in Zukunft Desktop-Software, Cloud-Technologie und IoT-Systeme?

[RJV]: Wir betrachten alle Möglichkeiten der Digitalisierung und werden die Stärken in unserer Technologie vereinen. Besonderer Wert wird hierbei auf optimierte Workflows und eine hohe Performanz basierend auf Konnektivität von Produkten und Systemen gelegt. Somit ist die DHI-Technologie, egal ob als klassische Desktop-Produkte der MIKE-Familie oder zukünftig als zusätzliches Cloud-Angebot, investitionssicher und auf die jeweiligen Bedürfnisse angepasst.

[DOS]: Was dürfen unsere Kunden von uns erwarten? Wie werden unsere Kunden und Partner in diese Prozesse eingebunden?

[RJV]: Die Digitalisierung hilft, unsere Beziehungen zu Kunden zu verbessern, zu verstetigen und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. In diesem Zusammenhang stehen Anwenderkomfort, Kundenerlebnis, Kundenbeziehung und Kundenbindung im Vordergrund. Und natürlich werden wir mit unseren Kunden und Partnern darüber sprechen, woran wir arbeiten.

[DOS]: Welche Chancen und neue Potenziale werden sich aus der Digitalisierung für die Akteure der Wasserwirtschaft ergeben?

[RJV]: Die Digitalisierung bietet viele Möglichkeiten für einen intelligenten Wassersektor und wird eine wichtige Schlüsselkomponente sein, um Sparpotenziale und Leistungspotenziale zu heben und flexiblere Systeme zu ermöglichen. Der Mehrwert für unsere Kunden entsteht durch Integration, Verwaltung und Analyse von Daten für verständliche Visualisierung und verlässliche Vorhersagen komplexer Wirkungszusammenhänge sowie durch optimierte, adaptive und flexible Automatisierung bzw. Entscheidungsunterstützung auf der Basis der Vernetzung realer und virtueller Systeme.

[DOS]: Ich bedanke mich für Ihre Zeit und dieses Interview.

Die Fragen stellte Dominic Spinnreker-Czichon. Sie haben Fragen zur digitalen Agenda und Angeboten von DHI? Kommen Sie auf mich zu!

 

Autor: Dominic Spinnreker-Czichon

Business Area Manager Solution Software

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.