Untersuchungen zur Hydromorphologie der Schweiburg

Dr. Oliver Stoschek

Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN, GB II) untersucht derzeit, welche Alternativen es für die Zu- und Entwässerung in der Wesermarsch im Zuge einer Neuordnung des Gewässernetzes gibt. Eine der zu betrachtenden Alternativen für die Anbindung des Gewässernetzes an die Weser ist das System Schmalenflether Sieltief und Schweiburg. Da Verbesserungen in gewässerökologischer Hinsicht im Übergangsgewässer der Weser, speziell in der Schweiburg, aus Sicht des NLWKN (GB III) hohe Priorität haben, wurden die hydro- und morphologischen Randbedingungen sowie die Umgestaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten im Bereich
Schweiburg im Hinblick auf die jeweiligen Zielsetzungen und eventuelle Synergieeffekte vertiefend untersucht. Dabei wurde auf bereits bestehende Grundlagen, die von der WSV/BAW zusammen mit DHI und des NLWKN (im Rahmen des TIDE-Projektes) erarbeitet wurden, aufgesetzt (z. B. Retentionsbecken).

Auf Basis der seitens des NLWKN gesammelten Anforderungen an die Gewässerökologie und die Zu-/ Entwässerung der Wesermarsch wird hier formuliert:

– Definition der Zielbedingungen

– Sichtung von Unterlagen, Gutachten und Daten zu den Themen Gewässerökologie und die Zu-/ Entwässerung inkl. Prüfung der verfügbaren Datengrundlage und ggf. Benennung von Defiziten für die spätere Modellierung

– Vorauswahl möglicher Zielvarianten mit einer Ermittlung von Teilkomponenten und Vorprüfung durch vereinfachte Handrechnungen

– Ableiten von Zielvarianten und deren Bewertung

Auf Basis der seitens des NLWKN gesammelten Anforderungen an die Gewässerökologie und die Zu-/ Entwässerung der Wesermarsch wurden seitens DHI die Zielbedingungen konkretisiert. Hierzu gehören u. a. die Ausweitung der Flachwasserzonen, eine dauerhafte Durchströmung der Schweiburg, möglichst geringe Unterhaltungsfrequenz, etc. Die Zielbedingungen dienen als Grundlage für die Bewertung der Zielvarianten.

Für unterschiedliche Zielvarianten wurden die Auswirkungen auf die Zielbedingungen bzw. deren Erfüllung in einer Desktopstudie geprüft.

Für die betrachteten Varianten ergaben sich aus der Vorbemessung Polder-größen von 45 ha für die Zuwässerung und rd. 65 ha für den Tidepolder. Die Lage innerhalb der Schweiburg variiert zwischen den einzelnen Varianten.

Final konnten zwei Varianten identifiziert werden, mit denen sich viele der Zielbedingungen erreichen lassen. Weitere Untersuchungen dieser zwei Varianten können zukünftig den nächsten Schritt für die genaue Bestimmung der Auswirkungen bilden (Unterhaltung, Habitate, etc.).

 

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