Sicherheit der Löschwasserversorgung

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Die Rolle der öffentlichen Trinkwasserversorgung

Etwas verallgemeinernd kann für Deutschland, Österreich und die Schweiz gesagt werden, dass die Gemeinden lediglich zur Bereitstellung von Löschwasser in ausreichender Menge verpflichtet sind. Besondere Anforderungen wie beispielsweise von Industriebetrieben oder Hochhäusern müssen nicht unmittelbar erfüllt werden.

Was eine „ausreichende Menge“ genau bedeutet, und welche Rolle die öffentliche Wasserversorgung dabei spielt, muss die Gemeinde separat vereinbaren. Dabei wird meist auf technische Regelwerke verwiesen, nämlich

¨ in Deutschland das DVGWArbeitsblatt W 405 Februar 2008 „Bereitstellung von Löschwasser durch die öffentliche Trinkwasserversorgung“,

¨ in Österreich die ÖVGWRichtlinie W 77 „Bereitstellung von Löschwasser“
September 2016, und

¨ in der Schweiz die Richtlinien der kantonalen Gebäudeversicherungen (eine gesonderte Publikation wird derzeit vom SVGW erarbeitet)

Den oben angeführten Publikationen ist gemeinsam, dass in Abhängigkeit von der Bebauungsart eine bestimmte Löschwassermenge zu gewährleisten ist. Dabei können durchaus mehrere Hydranten verwendet werden, sofern sie innerhalb einer bestimmten Entfernung liegen.

Unterschiede bei der Brandbekämpfung

Die Anforderungen werden im Detail unterschiedlich gehandhabt, vor allem was den konkret erforderlichen Wasserdruck betrifft. Eine kurze, keineswegs repräsentative Umfrage unter unseren Kunden hat ergeben, dass sich Ausrüstung und Vorgehen der Feuerwehren sehr nach den lokalen Gegebenheiten richten und entsprechend voneinander unterscheiden.

So wird im einen Fall das Löschfahrzeug über Schläuche mit dem Hydranten verbunden, und im Fahrzeug wird der Vordruck des Netzes direkt an die Löschspritze weitergegeben. Im anderen Fall kommen Tanklöschfahrzeuge zum Einsatz, aus deren Behälter das Wasser separat zur Löschspritze gepumpt wird; der Druck im Netz dient lediglich der Befüllung des Behälters über die Hydranten und Schläuche.

Im einen Fall kann der Vordruck im Netz bei Bedarf durch Zuschalten von Pumpen erhöht werden. Im anderen Fall erfolgt die öffentliche Wasserversorgung rein gravitativ aus Behältern, sodass gar keine Druckerhöhungsanlagen zur Wahl stehen.

Planung von Rohrleitungsnetzen mit MIKE URBAN

Ein besonderer Vorteil von MIKE URBAN ist, dass

(a) bei der Analyse der Löschwasserversorgung auf diese lokalen Anforderungen gut eingegangen werden kann, und dass

(b) nicht Hydrant für Hydrant einzeln analysiert werden muss, sondern MIKE URBAN im Hintergrund alle ausgewählten Hydranten testet und die Ergebnisse im Lageplan und tabellarisch zusammenfasst.

Innerhalb weniger Minuten gewinnen Sie so einen Überblick über die Löschwasserversorgung im Bestand oder in Ausbauvarianten, können Lücken in der Versorgungssicherheit identifizieren und Gegenmaßnahmen entwickeln.

MIKE URBAN verfolgt im Wesentlichen drei Ansätze

  • berechnen Sie den Restdruck bei vorgegebener Entnahme,
  • berechnen Sie die mögliche Entnahme bei vorgegebenem Restdruck, oder
  • erstellen Sie vollständige DruckEntnahmeKurven

Zusätzlich können Sie die Auswirkungen auf das übrige Versorgungsnetz aufzeigen, oder vorgeben, dass bestimmte Minimaldrücke oder Maximalgeschwindigkeiten eingehalten werden.

Falls Hydrantenanschlussleitungen in Ihren Datenmodell fehlen, können Sie die dort auftretenden Druckverluste in den Berechnungsläufen automatisch hinzufügen lassen. Der gleiche Ansatz erlaubt auch die Berücksichtigung der angeschlossenen Feuerwehrschläuche.

Die automatische Löschwasserberechnung ist Teil des Zusatzmoduls WDTools. Gerne zeigen wir Ihnen den Leistungsumfang von MIKE URBAN online oder bei einem persönlichen Besuch.

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