Das Kieler Förde Modell

Die Kieler Förde ist sicherlich nicht nur begeisterten Seglern und nördlich von Hannover ansässigen Einwohnern ein Begriff. Die ca. 17 km lange, schmale und durch Gletscherbewegungen in der letzten Eiszeit geformte Förde, in die auch die meistbefahrene Schiffstraße der Welt, der Nord-Ostsee-Kanal, mündet, ist durchaus eine interessante Sehenswürdigkeit. Durch den starken anthropogenen Einfluss hat die Förde allerdings vieles von ihrem ursprünglichen Charakter verloren. Laut EG-WRRL ist die Kieler Förde sogar als ein erheblich veränderter Wasserkörper einzustufen.

Das Landesamt für ländliche Räume, Umwelt und Raumplanung (LLUR) ist sich seiner Verantwortung bewusst, Möglichkeiten zu untersuchen, wie der Zustand der Kieler Förde verbessert werden kann. Trotz umfangreicher Messwerte zu Strömungen und Wasserqualität ist es nur bedingt möglich, die ökologisch relevanten Parameter in ihrem räumlichen und jahreszeitlich abhängigen Zusammenspiel zu erfassen. Deshalb wird das LLUR durch DHI WASY unterstützt. Die in der Küstenmodellierung erfahrene Firma hat für die Kieler Förde ein dreidimensionales Strömungsmodell (MIKE 3) aufgestellt und an ein Sauerstoff- und Wasserqualitätsmodell gekoppelt. Mit dem hydrodynamischen Modell werden die durch Wind, Bathymetrie und Unterschiede der Wasserdichte (durch Temperatur und Salinität) induzierten Strömungen in 20 Schichten abgebildet. Das Strömungsmodell wurde erfolgreich an verschiedenen Messstationen kalibriert.

Die Wassertemperatur und Salinität werden am Rande der Bucht durch CTD-Messungen erfasst und dem Modell zugeführt. Das Modell berechnet die Veränderung der Wassertemperatur durch den Wärmeaustausch mit der Atmosphäre, Transportbewegungen und Einleitungen, z.B. durch das Gemeinschaftskraftwerk Kiel. Aufbauend auf diesen Berechnungen wird dynamisch ein EcoLab Template an das Modell gekoppelt, womit der Sauerstoffgehalt und die Nährstoffentwicklung (auch unter Berücksichtigung der Trübung) berechnet werden kann.

Mit den Modellergebnissen können Zonen in der Bucht und Zeiträume identifiziert werden, wo und wann der Nährstoffhaushalt am kritischsten zu betrachten ist. Durch dieses verbesserte Prozessverständnis und Kenntnis der Parameterabhängigkeiten können gezielt Maßnahmen zur Verbesserung des ökologischen Zustandes der Kieler Förde erarbeitet werden.

 

Author Profile

Francois Leesch

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.